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Fachtag behandelt erstmals das Thema Ess-Störungen

Offenburg.  Das Thema Ess-Störungen bei Jugendlichen muss in der Gesundheitsförderung im Ortenaukreis in den kommenden Jahren mehr Bedeutung erhalten. Dies ist das Ergebnis eines Fachtages zum Thema Ess-Störungen, den das Landratsamt Ortenaukreis kürzlich im Rahmen seines „Forums Gesundheitsförderung“ in Offenburg veranstaltet hat. Rund 120 Lehrer, Fachkräfte von Jugend- und Beratungseinrichtungen sowie Mediziner kamen erstmals zu einem größeren Informationsaustausch zum Thema zusammen. Mit Vorträgen und in verschiedenen Workshops vermittelten Fachleute Grundinformationen und Methoden, wie gegenüber Betroffenen richtig reagiert werden kann und wie auch im Schulablauf und Jugendalltag zur Vorbeugung von Ess-Störungen beigetragen werden kann.

Mehrheitlich sprachen sich die Teilnehmer der Tagung dafür aus, in einem ersten Schritt einen Leitfaden zur Erkennung und zum Umgang mit betroffenen Jugendlichen zu erarbeiten. Darüber hinaus sollen Schulen und Jugendeinrichtungen durch Projektbeispiele und Beratung bei ihrer Präventionsarbeit unterstützt werden. Ein längerfristiges Ziel ist die Vernetzung bestehender Hilfs- und Beratungsangebote oder der Aufbau einer spezialisierten Beratungseinrichtung.

Dass das Thema Aktualität besitzt, zeigt die von den Veranstaltern geschätzte Zahl von rund 3000 Betroffenen im Ortenaukreis. Dabei sind in großer Mehrzahl Mädchen und jungen Frauen von der Krankheit betroffen. 95 Prozent aller Erkrankten sind weiblich. Fünf Prozent aller Mädchen oder jungen Frauen im Alter von 14 bis 35 Jahren leiden an Ess-Störungen in Form der Magersucht oder der Bulimie. Noch größer ist die Zahl der Risikogruppe. Eine Studie der Europäischen Union geht davon aus, dass rund acht Prozent aller Mädchen im Alter von elf bis 13 Jahren gefährdet ist, eine Ess-Störung zu entwickeln.

Mit dem Fachtag Ess-Störungen ist eine neue Veranstaltungsreihe „Forum Gesundheitsförderung“ des Landratsamtes Ortenaukreis erfolgreich gestartet. Zu drängenden Fragen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich wird das Landratsamt in Zukunft verstärkt Fachtagungen, Konferenzen oder Seminare anbieten. Damit sollen die jeweiligen Fachleute im Kreis neben grundlegenden Informationen auch ein Forum für Austausch und neue Zusammenarbeit erhalten.

Auch wenn aufgrund des Schwerpunktes „Sucht im Ortenaukreis“ die nächsten Veranstaltungen sich ebenfalls diesem Themenbereich widmen werden, ist das zukünftige Themenspektrum offen für alle Fragestellungen im Kreis, bei denen die Lebensqualität der Einwohner eher durch Vorbeugung als durch Versorgung und Behandlung verbessert werden kann. Insofern sind die Themen Übergewicht (Balance von Ernährung und Bewegung) wie gesunde und rauchfreie Schulen die nächsten Prioritäten der Veranstaltungsreihe.

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