Kongress der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke in Freiburg
Freitag, 23 Februar 2007 | Autor: Tanja Kaufmann
Eröffnung mit Eva Luise Köhler und Dieter Salomon am 1. März 2007
Freiburg. Die Zahl der verschiedenen Erkrankungen von Muskulatur und Nerven ist groß: über 800 verschiedenen Muskelerkrankungen sind bekannt. Dennoch zählen Muskelerkrankungen zu den seltenen Erkrankungen. In Deutschland sind nur etwa 100.000 Menschen von diesem Schicksal betroffen. Die Tatsache, dass neuromuskuläre Erkrankungen nicht zu den häufigen Volkskrankheiten gehören, schafft für die Betroffenen zahlreiche zusätzliche Probleme - angefangen von mäßiger öffentlicher und gesundheitspolitischer Beachtung bis hin zu der Schwierigkeit, erfahrene und mit den Krankheiten vertraute Ärzte und Therapeuten zu finden.
Die in Freiburg ansässige Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) bietet als Selbsthilfeorganisation den Betroffenen seit 42 Jahren Hilfe und professionelle Beratung. Darüber hinaus engagiert sie sich für die Verbesserung der Diagnostik und der medizinischen Versorgung sowie für die Forschungsförderung im Bereich der neuromuskulären Erkrankungen. Diese enge Verbindung von Selbsthilfe, Medizin und Wissenschaft spiegelt sich auch im Programm des 18. Kongresses des Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke wider, den die DGM vom 28. Februar bis zum 3. März in Freiburg veranstaltet. So ist dem wissenschaftlichen Kongress auch ein Therapiesymposium angeschlossen, das sich an Betroffene, Therapeuten und Ärzte wendet.
Die DGM spielt seit einigen Jahren eine wichtige Rolle in der „Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen“, der so genannten ACHSE. Eva Luise Köhler, die Gattin des Bundespräsidenten, ist Schirmherrin von ACHSE und wird bei der
Eröffnung des Kongresses der DGM
am Donnerstag, den 1. März 2007, um 13 Uhr im Kollegiengebäude I der
Albert-Ludwigs-Universität
ein Grußwort sprechen. Hierzu wird neben Vertretern der Universität auch Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon erwartet.
Dem Engagement der DGM ist es zu verdanken, dass in den zurückliegenden Jahrzehnten in Deutschland ein flächendeckendes Netz von Versorgungs- und Forschungsstrukturen für Muskelerkrankungen, so genannte Neuromuskuläre Zentren, geschaffen werden konnte.
Ärzten und Wissenschaftlern ist es in den letzten Jahren gelungen, internationale Netzwerke zur Erforschung neuromuskulärer Erkrankungen einzurichten. Dies ist besonders wichtig, da aufgrund der großen Anzahl verschiedener Muskelerkrankungen und der Seltenheit des Auftretens wissenschaftlicher Fortschritt und die Entwicklung neuer Therapien nur durch eine enge internationale Zusammenarbeit möglich ist. Ein gutes Beispiel ist das in diesem Jahr gegründete und von der EU geförderte Netzwerk TREAT-NMD (www.treat-nmd.eu). Neben zahlreichen anderen Aktivitäten im Rahmen dieses Netzwerkes, sollen von Freiburg aus unter der Leitung des Kinderneurologen Prof. Dr. Rudolf Korinthenberg Therapiestudien bei neuromuskulären Erkrankungen in ganz Europa koordiniert werden.
Zu dem Kongress der DGM werden zahlreiche renommierte nationale und internationale Wissenschaftler erwartet. Die Organisatoren, Prof. Dr. Rudolf Korinthenberg und Dr. Janbernd Kirschner sowie die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke, erwarten von dem Kongress wichtige Impulse für die Erforschung von Muskelkrankheiten, aber auch neue und hilfreiche Erkenntnisse für die alltägliche Betreuung von Patienten mit diesen meist chronisch verlaufenden Erkrankungen.
Das Programm und Details zum Kongress finden Sie im Internet unter http://www.akmcongress.com/dgm2007/.






