Landesweit 279 Betreuungsangebote für demenzkranke Menschen
Donnerstag, 21 Dezember 2006 | Autor: sm.bwl
"Mit landesweit 279 Angeboten für die Betreuung demenzkranker Menschen belegt Baden-Württemberg im Ländervergleich einen Spitzenplatz. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der geförderten Betreuungsangebote nochmals um 40 erhöht. 2001 waren es noch 78, eine Steigerung um 258 Prozent. Eine Bilanz die sich sehen lassen kann", sagte Sozialministerin Dr. Monika Stolz am 21. Dezember 2001 in Stuttgart.
Mit der steigenden Zahl älterer und hoch betagter Menschen nehmen auch Demenzerkrankungen zu. Das Statistische Landesamt geht mittlerweile von 225.000 Betroffenen aus, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. 65 Prozent werden zu Hause gepflegt. Vor allem für die pflegenden Angehörigen kann dies zu einer großen Belastung werden. „Wir lassen die demenzkranken Menschen und ihre Angehörigen nicht im Stich“, sagte die Sozialministerin. Allein 2006 haben Pflegekassen, Kommunen und Land rund 2 Mio. Euro zur Förderung der Betreuungsangebote für demenzkranke Menschen bereitgestellt.
Betreuungsgruppen und Besuchsdienste zu Hause kümmern sich ein- bis zweimal pro Woche für einige Stunden um die altersverwirrten Menschen. Stolz: „Dies ermöglicht pflegenden Angehörigen eine entlastende Auszeit und gibt ihnen ein Stück alltägliche Normalität zurück.“ Beratung vor Ort und Gesprächskreise für Angehörige runden die Palette der Angebote ab.
Enthalten ist die Förderung von zwei Modellvorhaben, für die Pflegekassen, Kommunen und Land insgesamt 217.000 Euro ausgegeben haben. Die Projekte erproben neue Wege, um die Zusammenarbeit von betreuenden Angehörigen, bürgerschaftlich Engagierten und professionellen ambulanten Diensten weiter zu verbessern. Die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg ist Träger einer Agentur, die den Ausbau der niedrigschwelligen Betreuungsangebote landesweit fachlich begleitet und unterstützt. Der Diakonieverband Ulm vernetzt und aktiviert in einem Ulmer Stadtteil zentrale und dezentrale soziale Hilfestrukturen für demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen und bietet gezielte Schulungsmaßnahmen an.
Das von den Pflegekassen bereitgestellte Budget ist erst zu 77 Prozent ausgeschöpft. Deswegen soll der Ausbau von Betreuungsangeboten im Land vor allem in bislang unterrepräsentierten Stadt- und Landkreisen weiter vorangetrieben werden. „Damit soll die Versorgung demenzkranker Menschen und damit die Entlastung ihrer Angehörigen durch ein flächendeckendes Netz von Angeboten sichergestellt werden“, sagte die Ministerin weiter.
Neben diesen strukturellen Fördermaßnahmen erhalten demenzkranke Menschen in einer Pflegestufe jährlich bis zu 460 Euro von den Pflegekassen. Damit könnten zusätzlich die Aufwendungen finanziert werden, die durch die Inanspruchnahme niedrigschwelliger Betreuungsangebote entstehen.






