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Übergewicht und Fettleibigkeit auf dem Vormarsch

 Gesundheitsministerin Dr. Monika Stolz setzt auf Stärkung der Prävention

Fast die Hälfte der erwachsenen Baden-Württemberger hat Übergewicht. Größter Handlungsbedarf besteht bei Kindern und Jugendlichen bei der Prävention von Übergewicht und Adipositas.

"Die Zunahme von Übergewicht und Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen ist ein Alarmzeichen für die politisch Verantwortlichen", erklärte Sozialministerin Dr. Monika Stolz anlässlich Ihres Eröffnungsgrußwortes bei der EU-Konferenz zur Gesundheitlichen Prävention in Badenweiler am 26. Februar 2007.

Übergewicht und Fettleibigkeit sind auf dem Vormarsch und drohen zu einer Volkskrankheit zu werden. Wie die Mikrozensusbefragung 2005 ergab, brachte der erwachsene " "Durchschnitts-Baden-Württemberger“ mit einem Körpergewicht von 73,8 kg bei einer Körpergröße von 1,71 im Jahr 2005 zu viel Gewicht auf die Waage. Gegenüber dem Jahr 2003 haben Männer und Frauen im Durchschnitt damit um 0,6 kg in Baden-Württemberg zugenommen. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen wird Übergewicht und Fettleibigkeit zu einem immer größeren Problem. So wird davon ausgegangen, dass sich die Zahl von übergewichtigen Kindern in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Schon heute leiden Kinder unter den Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck. "Übergewicht hat in vielen Fällen Krankheitswert und ist dann sehr ernst zu nehmen. Neben den persönlichen physischen und psychischen Belastungen hat falsche Ernährung und Bewegungsmangel gravierende volkswirtschaftliche Auswirkungen.“ Nach Schätzungen von Experten ist mit Folgekosten der Adipositas landesweit jährlich mit etwa zweieinhalb Milliarden Euro zu rechnen. Hauptursachen für zunehmendes Übergewicht in der Bevölkerung seien ein Überangebot und steigender Konsum hochkalorischer Nahrungsmittel verbunden mit zunehmendem Bewegungsmangel, so Dr. Stolz.

Bei der Bekämpfung von Übergewicht kommt Aufklärung und Prävention eine ganz besondere Bedeutung zu. Um Prävention und Gesundheitsförderung in Baden-Württemberg weiter voranzubringen wurden mit den Sozialversicherungsträgern (Kranken- und Unfallkassen, Rentenversicherung) gemeinsam Handlungsschwerpunkte entwickelt. Zentrale Handlungsschwerpunkte des sog. "Präventionspaktes“ seien die Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen, bei älteren Menschen sowie bei Arbeitnehmern bzw. Betrieben. Projekte und Maßnahmen im Rahmen dieser Handlungsschwerpunkte sollen verstärkt am Setting-Ansatz ausgerichtet, also in den Lebenswelten der Menschen verankert sein und sie beispielsweise dort erreichen, wo sie leben, lernen und arbeiten. "Dies ermöglicht es, auch sozial benachteiligte Zielgruppen mit häufig schlechteren Gesundheitschancen in ihren Lebenswelten zu erreichen, ohne sie zu stigmatisieren“, sagte Dr. Stolz.

Daneben ist es aber auch wichtig durchgeführte Maßnahmen oder Projekte auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Insofern kommt dem EU-Modellprojekt „Adipositas Kompetenzzentrum KIG - Kinder im Gleichgewicht“ das mit Unterstützung des Ministeriums gestartet wurde eine zusätzliche Bedeutung zu. Mit dem Projekt sollen erstmals länderübergreifend Maßnahmen der Prävention und Behandlung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen evaluiert werden. An dem Projekt beteiligt sind Baden-Württemberg (Landkreis Ravensburg), Österreich (Land Vorarlberg) und die Schweiz (Ostschweizer Kantone). Dabei hat das Landratsamt Ravensburg die länderübergreifende Projektkoordinierung. Das Projekt ist zur Präsentation bei der EU-Veranstaltung zur Gesundheitlichen Prävention vorgesehen.

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