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Wach in der Nacht: Studie zu chronischen Schlafstörungen

Universitätsklinikum Freiburg sucht Probandinnen und Probanden mit Insomnie, um die Gehirnaktivität während des Schlafs zu messen / Forscher erhoffen sich Auskunft über Zusammenhang von Überreizung im Gehirn und Schlaf

Etwa sechs bis zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden unter chronischer Schlaflosigkeit, einer sogenannten Insomnie. Sie schlafen langsamer ein, haben einen unruhigeren Schlaf und wachen morgens früher auf. Müdigkeit, Konzentrations- und Leistungsstörungen sind die Folge. Eine Forschungsgruppe an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg hat unter anderem herausgefunden, dass Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit den eigenen Schlaf verändert wahrnehmen. Die Forscher nehmen an, dass eine Überregung, die durch Stress am Tag entsteht, die Wahrnehmung der Nachtruhe verändert. Um diesen Überregungszustand, den sogenannten Hyperaousal, zu erforschen, soll in einer Studie die Hirnaktivität von Menschen mit Schlafstörungen gemessen werden. Hierzu suchen die Wissenschaftler ab sofort Probandinnen und Probanden im Alter zwischen 30 bis 60 Jahren mit chronischen Schlafstörungen, die sich vier Nächte im Schlaflabor untersuchen lassen. Die Teilnehmer dürfen keine weiteren Erkrankungen haben und müssen uneingeschränkt hörfähig sein. Für die Teilnahme an der Studie wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 Euro gezahlt.

Für die Studie werden gute Schläfer und Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit verglichen. Die ersten beiden Nächte im Schlaflabor dienen der ausführlichen Gewöhnung und Diagnostik, in der dritten und vierten Nacht werden den Testschläfern permanent leise Töne eingespielt. „Wir möchten herausfinden, ob die Antwort des Gehirns auf schwache Reize bei Menschen mit Schlafstörung verändert ist und insbesondere, ob eine Überregung des Hirns damit verbunden ist“, sagt Prof. Dr. Dieter Riemann, Leiter der Abteilung Klinische Psychologie und Psychophysiologie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Mit der Studie erhoffen sich Prof. Riemann und das Team um Dr. Bernd Feige, Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg weitergehende Erkenntnisse über Ursachen und neue Ansätze für die Therapie von Menschen mit Insomnien.

In einem früheren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt haben die Freiburger Wissenschaftler herausgefunden, dass Schlafende mit dem erhöhten Hyperarousal sich wahrscheinlich trotz der Nachtruhe vor allem in der REM-Schlafphase in einer ständigen „Habachtstellung“ befinden. Die REM-Schlaf-Phase ist unter anderem durch schnelle Augenbewegungen bei geschlossenen Lidern gekennzeichnet. In dieser Phase finden die häufigsten Träume statt. „Die Überregung und die dadurch entstehende Habachtstellung führen dazu, dass insbesondere die REM-Schlafphase, eher als Wachzustand wahrgenommen wird“, sagt Prof. Riemann. Entsprechend glaubten in einer gerade abgeschlossenen Weckstudie Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit sehr viel häufiger als gute Schläfer, dass sie wach gewesen seien, obwohl Forscher sie aus dem REM-Schlaf geweckt haben.

Seit Januar 2017 fördert die DFG für drei weitere Jahre das Anschlussprojekt mit der aktuellen Studie.

Kontakt für Studienteilnahme:
Anna Heinrich
Doktorandin
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Freiburg

Telefon: 761 270-65800

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