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Stadtkreise im Südwesten für junge Erwachsene besonders attraktiv

Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim und Heidelberg und Tübingen profitieren vom Zuzug junger Menschen unter 30 Jahren

Im Jahr 2008 sind 4 400 Personen mehr nach Baden-Württemberg zugewandert als aus dem Land fortgezogen sind. Eine Sonderauswertung dieses noch leicht positiven Wanderungssaldos zeigt nach Angaben des Statistischen Landesamtes, dass dieses Wanderungsplus nur noch dem Zuzug von jungen Menschen bis 30 Jahre zu verdanken ist. So zogen insgesamt 14 000 junge Menschen bis 30 Jahre mehr aus anderen Bundesländern sowie dem Ausland nach Baden-Württemberg zu als von hier fortzogen. Bei der Altersgruppe der Menschen ab 30 Jahren lag die Zahl der Fortzüge um rund 9 600 über der Zahl der Zuzüge in den Südwesten.

Die Sonderauswertung der Statistiker zeigt weiter, dass dagegen der Wanderungssaldo im Jahr 2000 noch in allen Altersgruppen positiv war. Lediglich bei den 65-Jährigen und Älteren übertraf die Zahl der Wegzüge diejenige der Zuzüge leicht.

In der Altersgruppe der 18- bis unter 30-Jährigen ist die Umzugshäufigkeit am höchsten: Rund 40 Prozent aller Zu- und Wegzüge über die Gemeindegrenzen hinweg entfielen im Jahr 2008 auf diese jungen Erwachsenen, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur bei knapp 15 Prozent liegt. Per Saldo sind damit immerhin noch rund 11 000 junge Erwachsene aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland nach Baden-Württemberg zugezogen. Im Jahr 2000 lag der Saldo bei den 18- bis unter 30-Jährigen allerdings noch mehr als doppelt so hoch.

Die Stadt- und Landkreise im Südwesten haben sehr unterschiedlich von Zuwanderungen bei den 18- bis unter 30jährigen profitiert: Im Jahr 2008 hatten die Stadtkreise in der Reihenfolge Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim und Heidelberg – jeweils bezogen auf 1 000 Einwohner der entsprechenden Altersgruppe – per Saldo die höchsten Wanderungsgewinne. Und auch die fünf anderen Stadtkreise konnten in dieser Altersgruppe ein Wanderungsplus verbuchen. Dagegen mussten vor allem die ländlich geprägten Landkreise Sigmaringen, Calw, Waldshut und der Zollernalbkreis deutliche Abwanderungsverluste hinnehmen.

Absolut gesehen war Stuttgart der Spitzenreiter im Jahr 2008. So zogen knapp 6 400 junge Menschen von 18 bis 30 Jahren mehr in die Landeshauptstadt als von dort fortzogen, im Stadtkreis Karlsruhe waren es gut 3 400, im Stadtkreis Mannheim rund 3 000.

Hauptmotiv für Umzüge in dieser Altersgruppe ist der Beginn einer Ausbildung, eines Studiums oder der Berufseinstieg. Erwartungsgemäß profitieren deshalb vor allem die Stadtkreise als Hochschulstandorte und / oder als Arbeitsplatzzentren von dieser Zuwanderung. Verglichen mit dem Jahr 2000 haben die meisten Stadtkreise ihre diesbezügliche Position weiter gefestigt: Während sich seit der Jahrtausendwende der landesweite Wanderungsgewinn mehr als halbiert hat, haben immerhin fünf der neun Stadtkreise ihr Wanderungsplus bei den jungen Erwachsenen steigern können (Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn und Pforzheim). Von den 35 Landkreisen konnten dagegen nur drei (Tübingen, Konstanz und der Bodenseekreis) ihren Wanderungsgewinn gegenüber dem Jahr 2000 vergrößern.

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