Staunend blieb der Architekt zurück
Samstag, 06 März 2010 | Autor: Moosmann, Erich
Schramberg. Es war absolut kontraproduktiv, was am Mittwochabend ein Architekt auf einer kommunalen Baustelle in einer Kreisgemeinde bei Schramberg feststellen musste. Anlässlich einer obligatorischen Baukontrolle entdeckte er nämlich einen pfälzer Handwerksmeister, der mit zwei Mitarbeitern soeben sechs nagelneue, frisch eingebaute, teilweise verglaste Türen wieder ausgebaut und auf einen Anhänger verfrachtet hatte. Logisch, dass der Architekt, der eigentlich Baufortschritte sehen wollte, vom Tun des Handwerksmeisters nicht begeistert war und ihn sofort zur Rede stellte. Schließlich waren die Türen im Wert von rund 12.000 Euro von einer ganz anderen Firma eingebaut worden.
Doch daran störte sich der Mann aus der Pfalz nicht. Er machte dem Architekt klar, dass er im Auftrag der Einbaufirma die Türen hergestellt hatte. Die andere Firma habe bei ihm nicht nur erhebliche Außenstände, sondern gegen diese sei nun auch vor wenigen Tagen das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Der Pfälzer fürchtete um sein Geld, weshalb er die noch nicht bezahlten Türen kurzer Hand wieder abholte. Sprach’s, stieg mit seinen Mannen ins Auto und düste, einen sprachlosen Architekten zurück lassend, mit den von ihm gefertigten Türen davon.
Die Polizei, die zwischenzeitlich die Ermittlungen in dieser Sache aufgenommen hat, wurde zwar unverzüglich informiert und fuhr in die Kreisgemeinde, doch der Fensterproduzent war bereits über alle Berge.






