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Ehrenamtliche leisten unverzichtbaren Beitrag für den Naturschutz

Stiftung Naturschutzfonds verleiht den 13. Landesnaturschutzpreis 2006 unter dem Motto "Konsequent dabei - Langjährige Naturschutzarbeit

"Mit dem Landesnaturschutzpreis werden richtungsweisende Initiativen auf dem Gebiet der Erhaltung der natürlichen Umwelt ausgezeichnet und das ehrenamtliche Engagement für die Natur unseres Landes gewürdigt", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum und Vorsitzende der Stiftung Naturschutzfonds, Peter Hauk MdL, am Montag (12. März) in Stuttgart im Neuen Schloss bei der Verleihung des 13. Landesnaturschutzpreises. Der Preis der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg wird seit 1982 alle zwei Jahre vergeben und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Der diesjährige Landesnaturschutzpreis stand unter dem Motto: "Konsequent dabei - Langjährige Naturschutzarbeit".

"Baden-Württemberg ist geprägt durch eine Vielzahl verschiedener Lebensräume und zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren aus. Das oft über mehrere Jahrzehnte andauernde kontinuierliche Engagement der Ehrenamtlichen trägt wesentlich dazu bei, diese wertvolle Natur- und Kulturlandschaft zu erhalten. Die Preisträger haben einen langen Atem bewiesen. Durch Ihre Arbeit haben sie der Natur in vielen Bereichen zu ihrem Recht verholfen", betonte Minister Hauk. Zwar setze das Land entsprechende Maß-nahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt um, es sei jedoch wichtig, dass auch jeder Einzelne seinen Beitrag dazu leiste.

Aus insgesamt 84 Bewerbungen wurden 18 Initiativen für den Landesnaturschutzpreis durch den Stiftungsrat ausgewählt. Eine langjährige Tätigkeit, große Kontinuität sowie ein außergewöhnliches Engagement der Projektträger zeichnen diese aus. Der Minister zeigte sich erfreut, dass eine so große Anzahl an Bewerbungen eingegangen war.

Vierzehn Gruppen erhielten jeweils ein Preisgeld von 1.000 Euro, vier Preisträger ein Preisgeld von 250 Euro.

Zusatzinformation zu den Preisträgern:
Mit einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro wurden ausgezeichnet:

1. NABU Pfullingen:
Naturschutzgebiet Echazaue bei Pfullingen - 30 Jahre vom Traum zur Wirklichkeit
Der Naturschutzbund Pfullingen setzt sich seit 1976 für den Erhalt der Echazaue zwischen Lichtenstein und Pfullingen ein. Aus eigenen Mitteln, Spenden und Zuschüssen hat er in den vergangenen Jahren schützenswerte Flächen gekauft und gepachtet. Durch gezieltes Flächenmanagement konnten immer größere, zusammenhängende Flächen geschaffen werden. Rund sechs Hektar betreut und pflegt der Verein inzwischen. Eine gewerbliche Fischzuchtanlage wurde vom NABU zu natürlichen Teichbiotopen entwickelt. Es ist mit ein Verdienst der 30 Jahre langen Bemühungen des Naturschutzbundes, dass im Jahr 2005 die Echazaue als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde.

2. NABU Gerlingen:
Amphibienschutz im Krummbachtal bei Gerlingen
Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der NABU Gerlingen im Krummbachtal tätig. Im Jahr 1984 begannen die Aktionen mit Schutzmaßnahmen zur Laichzeit, seither laufen im Früh-jahr verschiedene Aktionen, zum Beispiel das Aufsammeln der Tiere. Zusätzlich hat sich der NABU intensiv um die Sperrung der Straße und den Bau von Amphibientunneln be-müht. Ein erster Tunnel wurde 1986 gebaut. Nachdem im Jahr 2004 von rund 490 gezähl-ten Tieren fast 300 dem Verkehr zum Opfer gefallen waren, wurde es dringlich, einen zweiten Tunnel zu bauen. Die Mittel für den Bau brachte der NABU fast vollständig durch eine beispielhafte Spendenaktion auf. Im Frühjahr letzten Jahres wurde der Tunnel fertig gestellt. Neben den Schutzaktivitäten führte der NABU auch Bestandsaufnahmen der Am-phibien durch.

3. Schwäbischer Albverein Tübinger Gau:
Pflegemaßnahmen am Südhang des Kochhartgrabens bei Ammerbuch
Die Wiederherstellung des artenreichen Halbtrockenrasens am Südhang des Kochhart-grabens hat sich der Schwäbische Albverein vor zwölf Jahren zur Aufgabe gemacht. Der Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins Stuttgart führt die Pflegearbei-ten durch. Nach jedem einzelnen Freischneideeinsatz übernehmen es die Mitglieder des Tübinger Gaus, die jeweils großen Mengen des Schnittguts vom Hang in das Tal zu trans-portieren und unter Aufsicht des Pflegetrupps zu verbrennen. Bis zu 20 Mitglieder nehmen an den jährlichen Arbeiten regelmäßig teil.

4. Arbeitsgemeinschaft Streuobstwiesen Steinheim:
Naturschutz in den Streuobstwiesen auf der Gemarkung Steinheim a.d. Murr
Unter dem Motto "Das Bücken soll sich auch in Steinheim lohnen" wurde 1996 die Arbeits-gemeinschaft Streuobstwiesen Steinheim gegründet. Inzwischen hat die Arbeitsgemein-schaft 49 Vertragspartner, die ca. 15 Hektar bewirtschaften. Daneben setzt sich die Streu-obstinitative auch für gefährdete Vogelarten ein: Von 1997 bis 2005 wurden rund 500 Nist-hilfen für verschiedene Vogelarten sowie Fledermäuse angefertigt und im Gebiet ange-bracht. Die Arbeitsgemeinschaft zahlt Zuschüsse für das Anbringen von Nisthilfen, das Anlegen von Reisighaufen und Steinriegel sowie das Stehen lassen von Baumruinen als wichtige Kleinbiotope.

5. BUND Karlsbad-Waldbronn:
Der Kräutergarten im Waldbronner Kurpark
1989 plante die BUND-Ortsgruppe Karlsbad-Waldbronn auf Vorschlag der Kurverwaltung in Waldbronn die Anlage eines Kräutergartens im Kurpark. Ein Jahr später pflanzten die BUND-Mitglieder 100 verschiedene Heil-, Gewürz- und Duftkräuter an. Der Schwerpunkt lag dabei auf den heimischen Pflanzen. Die an den Kräutergarten angrenzenden Flächen wurden vom BUND ökologisch aufgewertet, um Lebensräume für die heimische Tierwelt zu schaffen. Die BUND-Gruppe hat die jährliche Pflege übernommen und wird dabei von Personen aus der Bevölkerung sowie der BUND-Regionalgeschäftsstelle Karlsruhe unter-stützt.

6. NABU Lahr:
Mit langem Atem zum Erfolg - Drei Naturschutzprojekte formen eine Gruppe und finden großen Zuspruch in der Bevölkerung
Auf drei Flächen konzentrieren sich die Tätigkeiten des Naturschutzbundes Lahr: Zum ei-nen wurden 1982/1983 bzw. 1995/1996 zwei verwilderte, brachgefallene Flächen zu hochwertigen Biotopen entwickelt und durch entsprechende Pflegemaßnahmen auf Dauer erhalten. Zum anderen sichert die Gruppe am "Hohbergsee" ein überregionales Amphi-bienvorkommen durch Umsetzung eines ganzheitlichen Konzeptes aus Biotop- und Arten-schutz: 1985 kaufte der NABU den See und führte verschiedene Maßnahmen zur Optimie-rung des Lebensraumes für die Amphibien durch. Ebenfalls am "Hohbergsee" richtete der Verein einen Naturschutzstützpunkt mit Grünem Klassenzimmer und Pfad der Sinne ein, dort finden auch regelmäßig weitere Veranstaltungen statt.

7. Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz e.V. Bruchsal (AGNUS):

Pflege und Sicherung von Orchideenwiesen am Michaelsberg in Bruchsal 1984 begann die AGNUS mit den Pflegemaßnahmen am Westhangbereich des Natur-schutzgebiets "Michaelsberg", um die artenreichen Magerwiesen zu retten bzw. langfristig zu erhalten. Die Arbeitsgemeinschaft pflegt derzeit auf der Gemarkung Bruchsal insge-samt circa 4,6 Hektar Hangflächen, Magerwiesen und Halbtrockenrasen. Nach Möglichkeit werden Schulklassen in die Biotoppflege eingebunden. Verlässlicher Partner ist seit zwölf Jahren die jeweilige Biologie-Klasse der Klassenstufe elf des Technischen Gymnasiums Bruchsal. Die Stadt Bruchsal ist ebenfalls unterstützend tätig.

8. Arbeitskreis Natur und Umwelt Allmendingen:

Naturschutztag der Vereine in der Gemeinde
Der Arbeitskreis Natur und Umwelt verfolgt mit dem "Naturschutztag der Vereine" das Ziel, durch Beteiligung und Mitverantwortung die Sensibilität und die Aufmerksamkeit möglichst vieler Erwachsener, Kinder und Jugendlicher in der Gemeinde zu wecken. Die Zusam-menarbeit der Naturschutzgruppe mit den Vereinen und der Gemeinde sollte das oftmals beobachtete Misstrauen gegenüber der Arbeit der "Naturschützer" abbauen. Inzwischen ist das Projekt in der Bevölkerung verankert: Seit 20 Jahren beteiligen sich jährlich bis zu 23 Vereine mit mehr als 300 Personen aller Altersstufen an verschiedensten Aktionen.

9. NABU Sigmaringen:
Entwicklung und Betreuung der Krauchenwieser Baggerseen
Seit circa 30 Jahren hat es sich der NABU Sigmaringen zur Aufgabe gemacht, die Bagger-seen zwischen Krauchenwies und Mengen zu einem ökologisch wertvollen Lebensraum für Wasservögel zu entwickeln. Er schützt die Vogelbrutplätze und klärt die Nutzer über die Bedeutung der Baggerseen für eine Vielzahl an Wasservögeln auf. Um verschiedene Le-bensräume an bzw. in den Seen zu schaffen, führte der NABU zahlreiche Gestaltungs-maßnahmen sowie regelmäßige Pflegemaßnahmen durch. Seit circa 30 Jahren wird die Vogelwelt (Brut- und Zugvögel) erfasst: Etwa 260 Vogelarten konnten bisher nachgewie-sen werden.

10. Förderkreis regionaler Streuobstbau Hohenlohe-Franken e.V.:
"Grünspecht"-Markenkonzept für Apfelprodukte - 18 Jahre Einsatz für Hohenloher Streuobstwiesen wirkt nachhaltig
Der Erhalt des Lebensraums Streuobstwiese durch Nutzung dieser traditionellen Kultur-landschaft mit ihren Wohlfahrtswirkungen für Mensch und Tier ist das Ziel des Förderkrei-ses regionaler Streuobstbau Hohenlohe-Franken (FÖS). Der Förderkreis ist einer der Pio-niere der Streuobst-Vermarktungs-Initiativen in Baden-Württemberg. Er entwickelte 1997/1998 ein Vermarktungskonzept mit dem Markennamen "Grünspecht". Gemeinsam mit einer Partnerfirma wird der Saft vermarktet und inzwischen in vielen Geschäften der Region angeboten. Die Produktpalette wurde laufend erweitert. Rund 300 Hektar an Streuobstwiesenflächen sind im Projekt einbezogen. Im Förderkreis sind viele verschiede-ne Vereine integriert, darüber hinaus bestehen Kooperationen mit dem Umweltzentrum Schwäbisch Hall und dem Landschaftserhaltungsverband.

11. NABU Mosbach:

Flächensicherungs- und Flächenpflegekonzept Der NABU Mosbach hat die Sicherung von naturschutzwichtigen Flächen zum Ziel: 1974 begann der Verein mit dem Kauf und der Pacht von Grundstücken. Im Laufe der Zeit konnten so rund 13 Hektar wertvoller Lebensräume verschiedenster Art dauerhaft gesi-chert werden: Streuobstwiesen gehören ebenfalls dazu wie Feuchtgebiete, Tümpel oder Halbtrockenrasen. Die Neuaufnahme von Flächen ist auch für die Zukunft vorgesehen. Die Pflege und Entwicklung der zehn verschiedenen Gebiete wird vom NABU langfristig durch-geführt. Zu den Arbeiten in den Gebieten zählen neben der Pflege zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Biotopqualität.

12. NABU Schorndorf und Umgebung:
Biotoppflege im Naturschutzgebiet Rehfeldsee bei Schorndorf-Weiler
Die NABU Gruppe Schorndorf und Umgebung hat es sich zum Ziel gesetzt, im Schutzge-biet "Rehfeldsee" (Naturschutz-, Vogelschutz- & FFH-Gebiet) die offenen Feuchtgebiets-strukturen zu entwickeln und zu erhalten. Um dies zu erreichen, wurden seit 1976 jährlich drei bis vier Pflegeeinsätze durchgeführt. Ein besonderer Erfolg des Engagements der NABU-Gruppe stellt die Wiederbesiedlung mehrerer Orchideenarten mit bis zu mehreren tausend Exemplaren auf einer circa ein Hektar großen Pflegefläche im Laufe der Jahre dar. Neben den Pflegearbeiten hat die NABU-Gruppe zahlreiche Beobachtungsgänge ge-leistet und Führungen durchgeführt, des Weiteren ist sie in der Jugendarbeit aktiv: Die Pflegearbeiten werden durch die Jugendgruppe unterstützt.

13. Förderverein Bachpatenschaften Freiburg e.V.:

Bachpatenschaften in Freiburg Seit 1993 hat der Förderverein durch zahlreiche Aktivitäten das Thema Gewässer in Frei-burg und der Region im öffentlichen Bewusstsein verankert. Er betreut rund 50 Bachpa-tenschaften und setzt Natur- und Artenschutzprojekte rund um die Gewässer um. Im Bil-dungsbereich betreibt er das Bachpatenmobil "Wasserfloh". Dieses ist mit Geräten aus-gestattet, die es vor Ort ermöglichen altersgerecht über Naturschutz und Gewässer zu in-formieren. Über das "Blaue Klassenzimmer" wird mit angepassten Methoden in Kindergär-ten und Schulen das Interesse für Gewässerbelange geweckt. Es ist unter anderem auch dem Engagement der Bachpaten zu verdanken, dass sich in den letzten Jahren der Zu-stand der Gewässer in Freiburg stetig verbessert hat.

14. Arbeitsgruppe Naturschutz Markgräflerland e.V.:
Naturschutz über drei Jahrzehnte
Ende der 1960er Jahre begann Günter Braun als Naturschutzwart des Schwarzwaldver-eins, gefährdete Lebensräume durch Pacht, Erwerb und Pflege zu sichern. 1988 wurde dann gemeinsam mit zwölf Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins und zwei Ortsgruppen der Naturfreunde die Arbeitsgruppe Naturschutz Markgräflerland in ihrer heutigen Form gegründet. Das ursprüngliche Ziel, die langfristige Sicherung seltener und geschützter Ar-ten und Lebensräume, ist immer noch Kern des Engagements des Vereins. Die Arbeits-gruppe besitzt derzeit circa 80 Hektar Biotopfläche im Landkreis Lörrach. Ein weiteres Ziel ist es, Kindern die Natur nahe zu bringen: Die Arbeitsgruppe erstellte den geologischen Er-lebnispfad Kandern und führt regelmäßig Projekte mit Schulen oder im Rahmen von Fe-rienaktionen durch.

Mit einem Preisgeld von je 250 Euro wurden ausgezeichnet:

15. Gerhard Bauer, Dettingen u. Teck:
Statistische Erfassung der Natur rings um Dettingen u. Teck
Herr Bauer setzt sich seit 1975 für den Erhalt der Natur rings um Dettingen ein, in dem er mit Grundstückseigentümern, Pächtern, Landwirten, Naturschutzbehörden oder der Ge-meinde verhandelt. Er führt Bestandsaufnahmen von Vögeln, Insekten und Fledermäusen durch. Seit 1988 nimmt er den Baumbestand von 350 Hektar Dettinger Streuobstwiesen auf und dokumentiert deren Entwicklung. Seit 1997 hat er insgesamt 112 Fledermauskäs-ten aufgehängt und kontrolliert deren Besatz jährlich. Er arbeitet bei Pflegeeinsätzen mit und ist zudem Mitglied in den beiden Arbeitskreisen Steinkauz und Schleiereule im NABU Kreisverband Esslingen.

16. Hermann Daiß, Allmersbach i. Tal:
Praktischer Artenschutz durch Landschaftspflege
Vor fast 40 Jahren begann Hermann Daiß mit der Pflege eines Orchideenstandortes in All-mersbach i. Tal. Zu der anfänglichen Fläche kamen mit den Jahren nach und nach weitere Flächen hinzu, hauptsächlich im Rems-Murr-Kreis aber auch darüber hinaus, bis hin zu Flächen im Wurzacher Ried. Auf den Flächen führt er umfangreiche Pflegemaßnahmen durch. Hierbei bezieht er verschiedene Verbände und Vereine, wie zum Beispiel die Berg- und Wanderfreunde Allmersbach, örtliche Gruppen des Schwäbischen Albvereins, den NABU, den Bund Naturschutz Alb Neckar und zahlreiche andere ein. Seit 2000 führt er im Rahmen von Workcamps des Kreisjugendrings auch Kinder/Jugendliche an die praktische Naturschutzarbeit heran.

17. Gerd Döppenschmitt & Dr. Marcel Münderle, Ölbronn-Dürrn:
Artenschutzprogramm Braunkehlchen
Herr Döppenschmitt und Herr Dr. Münderle setzen sich seit 1993 im Rahmen des "Arten-schutzprogramms Braunkehlchen" für den Schutz des Braunkehlchens ein. In den Wiesen des "Oberen Pfinztales" (FFH-Gebiet) bei Pforzheim, in dem das seltene Braunkehlchen vorkommt, wird durch verschiedene Maßnahmen versucht, dessen Bestand zu stabilisie-ren. Dabei war die wichtigste Maßnahme für das am Boden brütende Braunkehlchen, dass die Wiesen später gemäht wurden. Die dafür notwendige Koordination zwischen den ver-schiedenen betroffenen Gruppierungen übernahmen Herr Döppenschmitt und Herr Dr. Münderle. Während der Brutzeit führen sie im zweitägigen Rhythmus Kontrollen an den Nestern durch.

18. Karl & Inge Treffinger, Oberderdingen-Flehingen:

Schutzgebiet "Michel"
Seit 44 Jahren pflegt das Ehepaar Treffinger ein Trockenbiotop an der Bahnlinie Bretten-Heilbronn. Um das "Schutzgebiet Michel" in seinen ursprünglichen Zustand zu überführen, mussten zu Beginn erst umfangreiche Erstpflegemaßnahmen durchgeführt werden, denen jährliche Pflegeeinsätze folgten. Ergänzend schaffte das Ehepaar auf der Fläche neue Bio-topstrukturen. Durch diese Maßnahmen hat sich die Artenzahl bei den Pflanzen verdop-pelt, bei den Tieren sogar verdreifacht. Seit 1977 erheben Karl und Inge Treffinger die Flo-ra und Fauna des Gebietes. Die umfangreichen Daten flossen in die beiden Grundlagen-werke zum Artenschutzprogramm "Schmetterlinge" und "Farn-/Blütenpflanzen" mit ein und trugen auch zur Aktualisierung der Roten Liste Baden-Württemberg für diese Arten bei. In den Landkreisen Karlsruhe, Enzkreis und Ludwigsburg erfassten sie bei Exkursionen die Flora und Fauna und stellten die Ergebnisse verschiedenen Institutionen zur Verfügung. Über mehrere Jahrzehnte arbeiteten sie aktiv im NABU Bretten mit und gründeten 1995 den Orchideen-Arbeitskreis Bretten.

Weitere Informationen zur Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg sind unter www.stiftung-naturschutz-bw.de abrufbar

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