Handwerkskonjunktur besser als im Vorjahr
Montag, 15 Mai 2006 | Autor: hwk-freiburg
Handwerkskonjunktur besser als im Vorjahr Stimmung gut – Kennzahlen bleiben verhalten
Freiburg. Dem Handwerk im Bezirk der Handwerkskammer Freiburg geht es besser als im Vorjahr. Das Konjunkturbarometer im südbadischen Handwerk liegt für das 1. Quartal 2006 um 11 Punkte höher als in 2005. Die Geschäftslage wird positiver eingeschätzt. Die Erwartungen für das laufende 2. Quartal sind entsprechend optimistisch.
Die Stimmungslage bei den rund 14 700 Handwerksbetrieben im Bezirk der Handwerkskammer Freiburg hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum merklich aufgehellt. Der Konjunkturindikator im Handwerk liegt mit aktuell 29,43 Punkten 11 Punkte über dem des Vorjahres mit seinerzeit 18,15 Punkten. Damit hat sich das konjunkturelle Klima im Handwerk zum Jahresbeginn stabilisiert. Trotz des unerwartet starken und harten Winters mit zahlreichen Ausfalltagen im Bau- und Ausbauhandwerk konnte der Konjunkturindikator nahtlos den Wert des Vorquartals mit 29,62 Punkten halten.
Für das laufende 2. Quartal wartet das Handwerk auf eine kräftige Aufhellung der konjunkturellen Lage und hofft, so Kammergeschäftsführer Johannes Burger, dass das Konjunkturbarometer des Handwerks bis auf 56 Punkte steigt.
Umsätze - Handwerk leidet unter hartem Winter
Ein ungewöhnlich langer und harter Winter im 1. Quartal 2006 hat tiefe Spuren bei den Umsätzen im Handwerk hinterlassen. Allein im Bauhauptgewerbe meldeten 57 Prozent der befragten Betriebe weniger Umsätze als im Vorquartal. Auch im Ausbaugewerbe melden 41 Prozent der Handwerker weniger Umsätze. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass die Umsatzentwicklung entgegen der Stimmungslage eine Negativentwicklung für das 1. Quartal 2006 ausweist: Nur 14 Prozent der Handwerker haben in den ersten Monaten des Jahres mehr umgesetzt, bei 37 Prozent blieb der Umsatz stabil und 49 Prozent mussten Umsatzeinbußen hinnehmen.
Aufträge - Kunden hielten sich zurück
Ein ähnliches Bild wie bei den Umsätzen lässt sich auch bei den Auftragseingängen nachzeichnen. Auch hier sind per Saldo weniger Aufträge im südbadischen Handwerk zu verzeichnen als im Vorjahr (Saldo: - 20 Punkte). Positiv sticht das Bauhauptgewerbe hervor. Es weist ein positives Auftragssaldo von 15 Punkten aus. Dies ist auf die etwas längere Vorlaufzeit bei Bauaufträgen zurückzuführen, die nun ab dem 2. Quartal zu einer Belebung am Bau führen dürften.
Weitestgehend stabil blieb auch die Auftragslage bei den Handwerkern für den gewerblichen Bedarf, also jenen Gewerken, die überwiegend Produkte und Dienstleistungen für gewerbliche und industrielle Kunden anbieten. Hier meldeten 28 Prozent der befragten Unternehmen weniger Aufträge; gleichviel, nämlich je 36 Prozent, meldeten gleichbleibende beziehungsweise sinkende Aufträge.
Auftragsbestand - leichte Verbesserung
Leicht verbessert hat sich der Auftragsbestand im südbadischen Handwerk. Reichten im 4. Quartal 2005 die Aufträge im Durchschnitt nur für 5,6 Wochen Betriebsauslastung, so hat sich dieser Wert auf 6,3 Wochen verbessert.
Investitionsklima wesentlich verbessert
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich das Investitionsklima im Handwerk wesentlich verbessert. Hatten zu Beginn des Jahres 2005 noch 77 Prozent der Handwerker keinerlei Investitionen getätigt, so ist dieser Wert auf 42 Prozent zurückgegangen. Immerhin 13 Prozent der Handwerker haben im 1. Quartal 2006 wieder mehr in ihre Betriebe investiert. 37 Prozent konnten ihre Investitionsvolumina halten und nur 8 Prozent investierten weniger in Gebäude, Maschinen und Geräte.
Handwerk setzt auf das laufende Quartal
Die deutliche verbesserte Stimmungslage im Handwerk ist, so Kammergeschäftsführer Burger, auf ein sich verändertes gesamtwirtschaftliches Klima zurückzuführen. So setzt das Handwerk in der Region auf den zu erwartenden Aufschwung, ohne die erheblichen Risiken durch die enorm gestiegenen Energiekosten soweit die geplante Mehrwertsteuererhöhung zu verkennen.
Alle Umfrageindikatoren des Handwerks lassen auf eine deutliche Frühjahrsbelebung hoffen: So erwarten 45 Prozent steigende Umsätze und 47 Prozent mehr Aufträge. Die Einschätzung der Geschäftslage für das laufende 2. Quartal 2006 wird noch besser beurteilt. 41 Prozent der Handwerker erwarten eine gute Geschäftlage und nur noch 9 Prozent glauben, dass das 2. Quartal für sie eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage bringen wird. Immerhin gehen 50 Prozent der Handwerker von einer stabilen Geschäftslage aus.






